Donnerstag, 21. Februar 2008

Pilgerwagen D

Von mir als Teilnehmer (und Organisator) des Pilgerwagentestes auf dem Rheinischen Jakobsweg nun ein weiterer "Erfahrungs"- Bericht.
Vorab sei gesagt,daß ich den Test ohne Esel und ohne Beeinträchtigungen meines Bewegungsapparates überstanden habe.
Auch mein neuer Pilgerwagen zeigte keine Schwächen,wobei ich bei dessen Konstruktion auf beim Vorgängermodell (Pilgerwagen C) bewährte bautechnische Elemente zurückgreifen konnte.
Der Wagen ist mit Materialien aus jedem Heimwerkermarkt zu bauen,und setzt wenig handwerkliches Geschick voraus.
Eine Materialliste und Bezugsquellen für Achse und Räder gebe ich gerne an Interessenten weiter.
Auf eine Einradkonstruktion habe ich bewußt verzichtet,da diese zuviel Balanceausgleich erfordert.Die meisten Wegstrecken des Camino sind mit dem einachsigen Zweiradwagen bequem zu befahren.Dort wo die Wegverhältnisse eine Befahrung nicht mehr zulassen , nehme ich den Rucksack mitsamt dem Pilgerwagen(Eigengewicht: knapp 4 kg )auf den Rücken.

Dazu wird das Tragesystem des Rucksackes benutzt.Der Rucksack wird mit zwei schmalen Spanngurten am Wagengestell fixiert .Die Deichsel ist teilbar bzw. abnehmbar, - was auch wichtig für den Transport in Zugabteil oder Flugzeug ist.

Da mir die Bewegungsfreiheit beim Pilgern mit meinem Wagen sehr am Herzen liegt ,habe ich mich für eine Mitteldeichsel entschieden. Da diese am Zugseil aufgehängt ist, bleibt immer genügend Abstand zwischen Deichselhandgriff und Rücken bzw. Gesäß . Gleichzeitig werden durch die Aufhängung (Kopplung ans Gurtsystem mittels Karabiner ) auch die Pendelbewegungen beim Ausschreiten mit frei schwingenden Armen ausgeglichen .

Bremsen benötigt der Wagen nicht,bei einer Zuladung von 12 kg auf unserer Testfahrt waren Strecken bergab ohne Probleme zu begehen.
Weitere Bilder meiner
Neukonstruktion findet Ihr in meiner Fotogalerie hier im Forum .

Bemerkung.
Joachim hat somit seinen Pilgerwagen selbst beschrieben. Da ich ihn selbst gefahren habe, kann ich ihm bezüglich Zugvorrichtung, Zusammenlegbarkeit, Bewegungsfreiheit und Fahreigenschaften nur zustimmen. Nur auf sehr engen Pfaden muss er ihn dann tragen, welche aber nur etwa 5% der Wegstrecke des CF ausmachen. Dies wird aber durch einen bequemeren Restweg gut gemacht.


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Tolles System! Können Sie mir den Bauplan/ Teileliste an joergs@me.com senden, da ich mich auf die Pilgerreise von Augsburg nach Spanien vorbereite (2300 km).

Vielen Dank!
Joerg

Anonym hat gesagt…

Hallo Joerg !
Willkommen im Kreis der carriteros(=Pilger,die mit Pilgerwagen unterwegs sind ),bzw. im Kreis der Pilgerwagenbauer !!

Schau bitte in Dein E-mails, -dort warten die gewünschten Unterlagen zum Bau meines Pilgerwagens D .

Mich freut jeder,der die Idee des Pilgerns bzw .Wanderns mit einem Rucksack auf Rädern mitverbreiten hilft.
Achim Villmar

Anonym hat gesagt…

Pilgerwagen D - ganz unten:

Nur auf sehr engen Pfaden muss er ihn dann tragen, welche aber nur etwa 5% der Wegstrecke des CF ausmachen. Dies wird aber durch einen bequemeren Restweg gut gemacht.

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Ich glaube, dass egal welcher der gezeigten Wagen zum Einsatz kommt, dieser hin und wieder getragen werden muss.

Sogar in den Seiten des holländischen bzw schweizerischen Nachziehwagens wird auf das "bequeme" Tragen hingewiesen.

http://www.radicaldesign.nl/de/produkte/anhanger/wheelie.php

http://www.carrix.ch/textes/vorteile.html
hier vorletzter Satz

Erich Riederer hat gesagt…

hallo pilgerwagenbauer!
ich interessiere mich für deinen wagen typ d, oder du hast inzwischen einen noch besseren konstruiert.
ich habe den jakobsweg mit rucksack begangen. inzwischen lässt es mein rücken nach der 6. op nicht mehr zu einen rucksack zu tragen und o bin ich beim recherchieren auf deinen blog gestossen.
ich bin dir sehr dankbar, wenn du mir infos und unterlagen über den bau zustellen kannst, vielleicht auch eine materialliste.
ich freue mich von dir zu hören und sende dir beste grüsse aus der schweiz.
erich riederer